Kooperation

Schon 2016 und 2017 hat der Preis des Innovationsnetzwerks Niedersachsen gezeigt, dass die Zusammenarbeit von Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ausgezeichnete Kooperationsprojekte hervorbringen kann. Im Jahr 2018 ist es am Innovationspreis Niedersachsen Projekte auszuzeichnen, in denen Zusammenarbeit zum Erfolg geführt hat.

Gesucht wurden innovative Projekte von Unternehmen, Gründern, Freiberuflern oder anderen Projektpartnern (zum Beispiel Vereinen, Schulen, Kultureinrichtungen) mit weniger als 50 Mitarbeitern, die bei ihren Projekten von Mitgliedern des Innovationsnetzwerks Niedersachsen unterstützt wurden.

Hier wurden die osthaus & beckert GmbH aus Schwanewede und die Strehl GmbH & Co KG aus Bremervörde in Kooperation mit dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) ausgezeichnet. In einem gemeinsamen Projekt haben sie eine Bewegungsplattform im Rehabereich entwickelt.

Rehabilitation 4.0

V. l.: Wissenschaftsminister Björn Thümler, Dr. Susanne Schmitt (Vorstandsvorsitzende Innovationsnetzwerk Niedersachsen), Arne Engelke-Denker (Transferzentrum Elbe-Weser), Christian Osthaus (osthaus & beckert GmbH), Björn Strehl (Strehl GmbH und Co. KG) Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann

Zum Projekt:

osthaus & beckert hat einen aktiv gesteuerten Sitzplatz für Computerspiele, insbesondere für Fahr- und Flugsimulatoren entwickelt. In Kooperation mit der Firma Strehl, einem Hersteller und Spezialisten für maßgefertigte Hilfsmittel in der Kinderreha- und Orthopädietechnik, Fußorthopädie sowie Sitzorthetik, soll daraus eine Plattform zur Bewegungssimulation für den Rehabereich entstehen.

In aktuelle therapeutische Geräte werden Menschen mit einer schlaffen oder spastischen Lähmung bislang nur statisch eingespannt und die Muskeln anschließend durch eine Rüttelplatte stimuliert. Das neue Gerät kann dagegen komplexere Bewegungsfolgen abspielen. Zudem besteht die Möglichkeit, sowohl den therapeutischen Erfolg als auch die Gegenkraft während der Therapie zu messen, um dadurch wiederum eine Überforderung der Muskulatur zu vermeiden.

Für die Umsetzung des Vorhabens werden derzeit Fördermittel des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) für Kooperationsprojekte beantragt. Auch eine Patentanmeldung für die Bewegungsplattform ist geplant.

Die Kooperationsgeschichte:

Im Rahmen des Wissens- und Technologietransferprojekts ARTIE unterstützt das Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW) kleine und mittlere Unternehmen bei anwendungsorientierten Entwicklungsvorhaben – so auch das gemeinsame Kooperationsprojekt von osthaus & beckert mit der Firma Strehl.

Ursprung der Kooperation war eine durch das TZEW vermittelte Beratung bei osthaus & beckert zur strategischen Positionierung des damals neu entwickelten Fahrsimulators. Der Expertenrat lautete das Kernelement als „motion base“ für Fitness- oder Rehageräte, Bürostühle, Flug- oder Mountainbikesimulatoren anzubieten. Die Systemintegration zum fertigen Produkt würde dann durch ein Unternehmen des jeweiligen Marktsegments erfolgen. Das TZEW initiierte daraufhin ein erstes Sondierungsgespräch mit der Firma Strehl, die bereits seit einigen Jahren die Unterstützung durch das TZEW nutzt. In der Folge des ersten Vermittlungsgesprächs wurde schließlich das gemeinsame Kooperationsprojekt der Bewegungsplattform gestartet.

Im Zuge der Zusammenarbeit vermittelte das TZEW eine Beratung mit einem Patentanwalt (HQuadrat), um schutzrechtliche Fragestellungen für eine Patentanmeldung abzuklären. Darüber hinaus informierte das TZEW beide Unternehmen über mögliche Förderungen zur Umsetzung des Vorhabens sowie zur Patentanmeldung.

Projektpartner:

  • osthaus & beckert GmbH (Schwanewede, Landkreis Osterholz, 50 Mitarbeiter)
  • Strehl GmbH & Co. KG (Bremervörde, Landkreis Rotenburg, 41 Mitarbeiter)

in Kooperation mit:

  • Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW)

Weitere Projektpartner:

  • Prof. Dr. Michael Szeliga, Fachbereich Management, Information, Technologie - Marketing und Strategie, Jade Hochschule Wilhelmshaven (als Experte hinzugezogen)
  • Dipl.-Geophys. Jochen Hansen, Patentanwalt, HQuadrat (Hansen und Heeschen Patentanwälte) (als Experte hinzugezogen)

Das waren die anderen nominierten Projekte