Schau mir in die Poren, Kleines!

Die Innovation:

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines für die Medizintechnik oder die industrielle Inspektion geeigneten Endoskops, das die Bilder über eine Anordnung von drei Miniaturkameras erzeugt. Herkömmliche Endoskope lassen keine räumliche Betrachtung oder 3D-Vermessung zu, neuere Stereoendoskope sind zwar für das stereoskopische Sehen ausgelegt, zeigen aber Mängel im Hinblick auf präzise 3D-Bildverarbeitung. Beispiele sind die Einschränkungen bei verdeckten Objektbereichen und ein deutlicher Qualitätsverlust bei der Ableitung von 3D-Daten.

Im Gegensatz dazu ist das neue Dreikamera-Endoskop eine innovative Neuentwicklung, die eine deutliche Verbesserung der Oberflächenerfassung ermöglicht. Mit dem vorliegenden Versuchsmuster können so nicht präparierte medizinische Oberflächen mit einer Genauigkeit von deutlich unter einem halben Millimeter gemessen werden. Ärzten wird damit ein deutlich verbessertes Werkzeug bereitgestellt, erlaubt es doch die Überlagerung von CT- oder MRT-Daten während einer Operation. Das Verfahren wurde bereits zum Patent angemeldet. In enger Zusammenarbeit zwischen der AXIOS 3D Services GmbH und dem Institut für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG) der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth wurde das Verfahren zudem so weit vorangebracht, dass bereits ein großer Medizinproduktehersteller an der Vermarktung interessiert ist.

Die Kooperation:

Das IAPG hat im Rahmen eines selbst finanzierten Promotionsprojekts die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen erarbeitet sowie die notwendige Hard- und Software entwickelt. Der im Wesentlichen von AXIOS eingebrachte medizinische Anwendungsbezug wurde dabei stets berücksichtigt.

Die Kooperation zwischen AXIOS und IAPG besteht bereits seit mehr als 15 Jahren – AXIOS wurde 2000 als Spin-Off aus dem Institut gegründet. In dieser langen Zeit wurden zahlreiche positive Impulse auf beiden Seiten gesetzt. AXIOS profitierte vor allem vom Wissenstransfer, insbesondere mit den Wissenschaftlern der Photogrammetrie am IAPG. In komplexen Systementwicklungen sind zahlreiche Spezialaspekte zu berücksichtigen, die am IAPG durch ständige Diskussion innerhalb der Gruppe sowie mit externen Projektpartnern weiterentwickelt werden. Die hohe wissenschaftliche Kompetenz und die gleichzeitige Praxisnähe sind und bleiben auch weiterhin ausschlaggebend für die erfolgreiche Entwicklung.