Vision

In anderen Dimensionen denken und zukunftsweisende Möglichkeiten schaffen, dafür steht die Kategorie „Vision“! Hier dreht sich alles um Projekte, die die Welt verändern wollen – Projekte mit branchenübergreifender Strahlkraft und mit Leuchtturmcharakter.

Gesucht wurden Projekte mit bahnbrechenden Ideen oder spektakulären Lösungsansätzen zu aktuellen Themen. Siegerin ist die Syrphus GmbH aus Seevetal. Sie entwickelt eine innovative Mobilitätslösung, die den Individualverkehr im Luftraum ermöglicht. Ausgezeichnet wurde das Konzept eines modularen, auf einer Drohne basierenden Flugsystems.

Individualverkehr in der dritten Dimension

V. l.: Wissenschaftsminister Björn Thümler, Christian Schaller (Syrphus GmbH), Andreas Voss (Syrphus GmbH), Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann, Dr. Susanne Schmitt (Vorstandsvorsitzende Innovationsnetzwerk Niedersachsen)

Die Idee:

Die Syrphus GmbH entwickelt ein modulares Flugsystem, das konzeptionell auf der patentierten Drohne „Syrphus Airframe“ aufbaut. Die Grundeinheit des Fluggeräts besteht aus einem Ringflügel mit Propellern, in dessen Mitte sich die Steuereinheit inklusive Akku befindet. Der Winkel des Flügels lässt sich gegenüber der Steuereinheit stufenlos verstellen.

Windkanaluntersuchungen und Testflüge mit der Drohne haben gezeigt, dass die Konfiguration das senkrechte Starten und Landen ermöglicht und durch die Anstellung der Flügel in einem großen Geschwindigkeitsbereich effizient ohne Strömungsabriss fliegt. Durch die Kopplung mehrerer Grundeinheiten entsteht darüber hinaus ein redundantes Flugsystem, das den Ausfall einzelner Steuereinheiten oder Propeller kompensieren kann. Durch die Erweiterung um verschiedene Module werden zudem kundenspezifische Flugtaxis möglich, zum Beispiel für das Reisen mit Familie und Gepäck.

Die Bedeutung für Niedersachsen:

In deutschen Städten herrscht akute Wohnungsnot, während auf dem Land viele Häuser leer stehen. Durch die Einbindung des Luftraums in den Pendlerverkehr können auch größere Entfernungen zwischen Arbeitsstätte und Wohnort überbrückt werden – bei gleichem zeitlichem Aufwand. Die Folge: Die Attraktivität vieler ländlicher und strukturschwacher Regionen steigt, was in diesen Regionen wiederum höhere Steuereinnahmen durch einen Anstieg der Einwohnerzahlen zur Folge haben kann.

Durch die Verlagerung des Verkehrs in die dritte Dimension können zudem der Straßenverkehr entlastet und die Staugefahr vielerorts erheblich verringert werden. Das wiederum kann sich positiv auf Lebensqualität, Produktivität und Work-Life-Balance vieler Pendler auswirken. Gleichzeitig können Emissionsausstoß und Luftbelastung durch das geringere Straßenverkehrsaufkommen entscheidend verbessert werden.

Neben dem Passagier profitiert auch die Wirtschaft: Die Just-in-Time-Produktion ist branchenübergreifend eine logistische Herausforderung und besonders anfällig gegenüber exogenen Einflussgrößen wie Streiks und Straßenverkehr. Durch den Einsatz autonomer Flugsysteme kann der Transport jedoch effizienter und zuverlässiger erfolgen.


Das waren die anderen nominierten Projekte