Wirtschaft

Die Kategorie „Wirtschaft“ würdigt Projekte, die eine besondere Wirkung auf die Innovationskraft unseres Landes entfalten. Gesucht wurden Projekte, in denen neue oder erheblich verbesserte, Produkte, Produktverfahren oder Dienstleistungen für den Markt entwickelt wurden, die eine Neuheit in Deutschland darstellen. Gewonnen hat die RITTEC Umwelttechnik GmbH aus Lüneburg mit dem Projekt „solvoPET“. Im Projekt wird die erste Technologie entwickelt, die es ermöglicht, Kunststoffabfälle ohne Qualitätsverlust in eine Kreislaufwirtschaft zu überführen.

Kunststoffabfälle mit Qualitäten

V. l.: Wissenschaftsminister Björn Thümler, Prof. Dr.-Ing. Stephan Scholl (Technische Universität Braunschweig), Esther Peschel (Technische Universität Braunschweig), Lars Leipert (RITTEC Umwelttechnik GmbH), Carsten Eichert (RITTEC Umwelttechnik GmbH), Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann, Dr. Susanne Schmitt (Vorstandsvorsitzende Innovationsnetzwerk Niedersachsen)

Zum Projekt:

Im Projekt „solvoPET“ wird eine Produktionstechnologie für Terephthalsäure (TPA) und Monoethylenglykol (MEG) aus PET- und Polyester-Kunststoffabfällen entwickelt. Die Produkte TPA und MEG werden dadurch wieder zur Produktion von neuem, hochwertigem PET bzw. Polyesterfasern eingesetzt. Ergebnis der Entwicklung ist ein kontinuierliches Produktionsverfahren, das die Kunststoffe mittels chemischer Umwandlung der PET- und Polyesterstrukturen auflöst und somit die Isolation der Produkte TPA und MEG ermöglicht.

Das Verfahren wird ab dem dritten Quartal 2018 in einer Technikumsanlage realisiert und soll Anfang 2020 auf industrielles Niveau skaliert werden. Die Technologie ermöglicht erstmals eine vollständige Verwertung von Kunststoffen, ohne dass Qualitätsverluste eintreten. Vielmehr können Abfälle, zum Beispiel Polyestertextilien, wieder in höherwertige Anwendungen wie Lebensmittelverpackungen überführt werden. Der Ressourcenkreislauf kann ohne Qualitätsverlust wiederholt werden. Die Technologie wird lizenziert, sodass dezentrale Verwertungszentren entstehen können, die eine Kreislaufführung der Ressourcen auf kurzen Wegen ermöglichen.

Die Bedeutung für Niedersachsen:

solvoPET wird die erste Technologie sein, die Kunststoffabfälle ohne Qualitätsverlust in eine Kreislaufwirtschaft überführen kann. Das Projekt bringt niedersächsische Kompetenzen in Forschung und Unternehmen zusammen und stellt einen Leuchtturm für die Lösung eines bedeutenden Teils der Herausforderungen rund um die Kunststoffentsorgung dar. solvoPET ist der Beginn einer Reihe geplanter Innovationen für die Verwertung von Kunststoffabfällen. Damit repräsentiert die Technologie die Innovationskraft der niedersächsischen Wirtschaft und Forschung.

Schon heute interessieren sich potenzielle Kunden über die Regions- und Landesgrenzen hinaus für das Projekt und die Technologie. Entsorgungsunternehmen aber auch Hersteller von PET- und Polyesterkunststoffen sowie Markenartikelhersteller fragen die Lösung an. Die solvoPET-Technologie wird nach erfolgreicher Skalierung auf industrielles Leistungsniveau global angeboten, die Produktion der Anlagentechnologie wird dabei im Großraum Lüneburg erfolgen. Somit schafft das Projekt einerseits Arbeitsplätze bei der RITTEC Umwelttechnik GmbH und sorgt mit der Erstellung der Anlagenteile für neue Aufträge bei regionalen Zulieferern.

Projektpartner:

  • Technische Universität Braunschweig
  • Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik
  • Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik
  • Fraunhofer Institut für Chemische Technologie ICT
  • VTU Engineering Deutschland GmbH
  • Reclay Materials GmbH
  • SCHILLER Apparatebau GmbH

Partner:

  • Karl Meyer AG, Wischhafen; LINPAC, Ritterhude

Das waren die anderen nominierten Projekte